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Für Abschiebehäftlinge in Berlin gibt es keine Arbeits- oder
Beschäftigungsmöglichkeiten, lediglich einmal am Tag eine
Stunde Hofgang. Daher sitzen sie in ihren engen Zellen mit vier Doppelstockbetten,
einbetonierten Tischen und ohne jegliche Privatsphäre und warten
auf ihr ungewisses Schicksal. Alle Fenster sind außen vergittert
und zusätzlich mit raumhohen Innengittern ausgestattet. Der Alltag
in der Haft ist geprägt von einer rigorosen Einschränkung
jeglicher Bewegungsund Entscheidungsfreiheit. Bei den verschiedensten
Bedürfnissen (z.B. heißes Wasser für Tee, Fenster öffnen,
Lautstärkeregelung des Fernsehers) müssen sich die Häftlinge
an ihre Bewacher wenden. Die Polizeibediensteten lassen sich von den
Gefangenen »Meister« oder »master« rufen. Geld
und Besitz wird den Gefangenen bei der Inhaftierung weggenommen und
mit den Haftkosten verrechnet (ca. 50 Euro pro Tag). Oft klagen Häftlinge,
dass sie bei der Verhaftung keinen persönlichen Besitz mehr mitnehmen
konnten, so dass sie bei der Abschiebung oder der Entlassung nur das
besitzen, was sie bei der Verhaftung am Leibe hatten. |






